Grußwort

Mama, wo ist der Himmel?

 

Weißt du, wo der Himmel ist, außen oder innen?
Eine Handbreit rechts und links, du bist mittendrinnen.

Weißt du, wo der Himmel ist? Nicht so tief verborgen;
Einen Sprung aus dir heraus, aus dem Haus der Sorgen.

Weißt du, wo der Himmel ist? Nicht so hoch da oben;
Sag doch ja zu dir und mir, du bist aufgehoben.
(Text: Wilhelm Wilms)

 

Wenn wir mit Kindern über verstorbene Menschen sprechen oder ihnen erklären möchten, wo Gott „wohnt“, sagen wir oft, er ist im Himmel. Dabei deuten wir und schauen nach oben in die Wolken. Aber wo ist der Himmel eigentlich?

Anders als auf einem Globus gibt es für ihn keine genaue Ortsangabe. Wir finden ihn nicht, wie auf einer Karte genau verzeichnet. Und doch, ist er da.

Wir sind mittendrin, im Himmel. Himmel meint also, alles, was uns umgibt, wie z.B. Menschen,  Tiere, Pflanzen, Sonne, Regen etc. Wir sind eingebettet in den Himmel. Aber Himmel gibt es auch in uns, denn er ist auch innen, wie es in dem Text heißt. Kann man den Himmel also spüren?

Ich denke, damit sind auch unsere Gefühle gemeint. Mit Himmel verbinde ich gute, weiche, geborgene und schöne Gefühle. Die Gefühle, die mich glücklich machen. Zum Himmel in uns gehört für mich aber auch der Charakter und die Talente. Wir tragen ihn also bereits in uns. Es ist für mich alles, womit ich andere bereichern kann und womit ich bereichert werde.

Das hört sich ganz einfach an, aber wir wissen selbst, dass es nicht ganz so einfach ist, zu spüren, wie himmlisch das Leben sein kann. Durch Selbstzweifel, Ängste, selbstauferlegte Anforderungen, Druck von außen oder Erwartungen schaffen wir es ganz leicht, unsere himmlischen Gaben zu vergraben. „Das war schon immer so“ oder „das klappt eh nicht“ sind Sätze, die mir dann im Ohr klingen.

Dabei dürfen wir doch den „Sprung aus dem Haus der Sorgen“ wagen und über den Tellerrand schauen, um neue Möglichkeiten zu entdecken und Neues zu wagen. Und was ist das für ein tolles Gefühl, wenn wir uns aus unserem Schneckenhaus herausgewagt haben und dem Himmel eine Chance geben! Wenn wir frei handeln und denken! Unbeschreiblich!

Natürlich können wir nicht alle Probleme lösen, denn „das Haus der Sorgen“ wird nicht einfach ausgelöscht. Aber unsere inneren Bremsen werden gelockert und wir ermöglichen uns eine andere Sichtweise auf die Welt, unsere Mitmenschen und unsere Probleme. Auch unsere Einstellung verändert sich.

Das erinnert mich ein wenig an meinen Sohn, der vor kurzem Fahrrad fahren gelernt hat. Er war sich am Anfang noch nicht so ganz sicher, ob er es wirklich versuchen möchte, denn er wusste, dass es unter Umständen ganz schön wehtun kann, wenn es schief geht und er hinfällt. Er wollte aber unbedingt so schnell wie sein Freund fahren können. Zum Glück hat er es versucht und kann jetzt mit seinem Freund zusammen Fahrrad fahren! Für ihn ist das ein Stück Himmel.

Geholfen hat ihm dabei sicher nicht nur sein Wunsch und sein Mut, sondern auch, dass er wusste, wenn es schief geht und ich falle, sind meine Eltern für mich da; sie fangen mich auf oder trösten mich, wenn ich mir weh getan habe. Und das mussten wir auch!

So ist das auch für uns mit Gott. Wenn wir uns aus unserer Komfortzone herauswagen und Neues wagen, kann das auch schief gehen. Wir wissen dann aber, dass Gott uns auffängt und wir bei ihm geborgen sind. Er ist, wie wir bei unserem Sohn, neben uns um uns aufzufangen. Er hat das Zutrauen in uns, wie wir in unseren Sohn, dass wir es gut machen werden bzw. lernen werden um immer eingeübter zu sein. Gott traut uns zu, dass wir den Himmel und ihn spürbar werden zu lassen, denn nicht wo der Himmel ist, ist Gott, sondern wo Gott ist, ist der Himmel!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Feiertag und den Mut, im Vertrauen auf Gott, Himmlisches zu wagen!

Andrea Nörling, Gemeindereferentin

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