März 2021

  • Grußwort: Kennen Sie Carlo Acutis?

    Ich vermute einmal, wenn sie nicht sehr aufmerksam die katholische Presse verfolgen, eher nicht. Der neue jugendliche Selige nennt man auch den Seligen des Internets.

    Carlo Acutis ist ein ganz normaler Junge: intelligent, sportlich, modern, aber er ist auch ein sehr frommer Mensch. Ein echter Christ

    Carlo Acutis ist immer normal geblieben, wenn auch mit unnormalen Eigenschaften. Er ist leidenschaftlicher Fußballfan, geht aber auch jeden Tag zur Heiligen Messe. Wie viele andere Jugendliche spielt er mit seiner PlayStation und schaut sich gerne Filme an. Er betet aber ebenfalls den Rosenkranz und liebt seinen Schutzengel sehr.
    Am 3. Mai 1991 wird er in London geboren, wo seine Eltern zu dieser Zeit arbeiten. Bald zieht die Familie zurück in die italienische Heimat nach Mailand, wo der Junge wohlbehütet und bestens aufwächst.
    Mit 11 Jahren beginnt er den wohl weltweit umfangreichsten Internetauftritt über eucharistische Wunder anzulegen. Bis heute wird diese Webseite vieltausendfach angeklickt und man kann sie in 18 Sprachen lesen. Er hat in seinem Portal 146 eucharistische Wunder dokumentiert.
    Er ist erst 15 Jahre alt, als ihn eine tödliche Krankheit ereilt. Er starb am 12. Oktober 2006 im italienischen Monza in Folge eines Krebsleidens. Carlo Acutis sieht dem Tod offen ins Auge. Er ist fest davon überzeugt, dass sein Leben weitergeht und es eigentlich jetzt erst beginnt.
    Auf seinen Wunsch wurde er in Assisi in der Kirche Santa Maria Maggiore beigesetzt. Am 10. Oktober 2020 wurde Carlo in der oberen Basilika des Hl. Franz von Assisi seliggesprochen. Bemerkenswert dabei ist, dass die Eltern bei der Seligsprechung ihres Sohnes zugegen waren. Das war für sie bestimmt ein ganz ergreifender Moment.
     

    Worte von Carlo Acutis:

    „Alle Menschen werden als Original geboren, aber viele sterben als Fotokopien.“

    „Die Heilige Eucharistie ist meine Autobahn zum Himmel.“

    „Wenn wir uns der Sonne zuwenden, werden wir braun, wenn wir in der Eucharistie vor Jesus stehen, werden wir heilig.“

    „Finde Gott und du wirst den Sinn deines Lebens finden.“


    Bitten wir den seligen Carlo Acutis, den Seligen des Internets um Fürsprache bei Gott für unseren neuen Internetauftritt.

    Matthias Hermes, Pfarrer

  • Kinderkreuzweg 2021

Februar 2021

  • Grußwort: Fastenzeit

    Gedanken zur Fastenzeit

    Am 17.02. beginnt für uns Christen die Fastenzeit; eine Zeit im Jahreskreis, die uns auffordern will, mit großer Ehrlichkeit auf die Wirklichkeit unseres Lebens zu schauen, auf das, was schiefläuft und auf das, was gut ist im eigenen Leben, in der Kirche, in der Gesellschaft und in der Welt. Die Fastenzeit heißt auch österliche Bußzeit. Und das klingt für viele Menschen heute altmodisch und düster-bedrohlich. Dabei ist das Gegenteil damit gemeint. Wir Menschen sind immer aufgefordert, unsere Handlungen zu reflektieren und daraus zu lernen. Zu erkennen, was gut ist und was schiefläuft. Die Fastenzeit gibt uns in jedem Jahr die Möglichkeit, dies bewusster und durch das Brennglas der Botschaft Jesu intensiver und zielgerichteter zu tun. Und nicht bei der Erkenntnis stehenzubleiben, sondern zu handeln. In diesem Jahr bietet uns das bischöfliche Hilfswerk Misereor eine Begleitung durch die Fastenzeit unter dem Motto "Es geht, anders!" an. Auf der Internetseite misereor.de findet man alle Infos dazu. Und wir sind eingeladen, uns zu informieren und uns anstoßen zu lassen. Das traditionelle Misereor "Hungertuch" ist in diesem Jahr besonders ausdrucksstark. Deshalb möchte ich es Ihnen hier schon einmal vorstellen:

     

     

    Basis des Bildes ist ein Röntgenbild, das den gebrochenen Fuß eines Menschen zeigt, der in Santiago de Chile bei Demonstrationen gegen soziale Ungleichheit durch die Staatsgewalt verletzt worden ist.
    Das Bild ist auf drei Keilrahmen, bespannt mit Bettwäsche, angelegt. Der Stoff stammt aus einem Krankenhaus und aus dem Kloster Beuerberg nahe München. Zeichen der Heilung sind eingearbeitet: goldene Nähte und Blumen als Zeichen der Solidarität und Liebe. Leinöl im Stoff verweist auf die Frau, die Jesu Füße salbt (Lk 7,37f) und auf die Fußwaschung (Joh 13,14ff ).

    Hubertus Kesselheim, Pastoralreferent

  • Klagemauer in St. Nikolaus, Trarbach

    Besuchen Sie die Klagemauer!

    Lassen Sie alles los, was Ihnen auf der Seele liegt. Schreiben Sie "Ihre Klage" auf einen Zettel und stecken diesen in die Klagemauer. Die Zettel werden - ungelesen - im Osterfeuer verbrannt.

Januar 2021

  • Grußwort: Mariä Lichtmess

    Was bleibt von Weihnachten?

    Weihnachten ist vorbei. „Schade“, sagen die einen, „Gott sei Dank“, die anderen.

    Für manche ist Weihnachten vorbei, wenn im Radio ganz plötzlich kein „Last Christmas“ oder „Driving home for Christmas“ mehr gespielt wird. Bei anderen darf der Weihnachtsbaum bis zum Besuch der Sternsinger am 6. Januar stehen bleiben. Vielerorts geht jedoch die Weihnachtszeit nach alter Tradition bis zum 2. Februar, obwohl die weihnachtliche Festzeit offiziell nach dem Tag der Taufe des Herrn endet (Sonntag nach dem 6. Januar). Auch in unserer Pfarrkirche werden die Weihnachtsbäume und die Krippe erst nach dem 2. Februar abgeräumt.

    Am 2. Februar wird es in der Kirche noch einmal festlich: wir feiern die „Darstellung des Herrn“, vielen aber geläufiger unter dem Namen „Mariä Lichtmess“. Lukas schreibt in seinem Evangelium davon, wie der greise Simeon und Hannah das Kind, das Maria und Josef in den Tempel bringen, als Erlöser erkennen. Für Simeon ist dieses Kind „ein Licht, das die Heiden erleuchtet“. So werden an diesem Tag die Kerzen für das ganze Jahr gesegnet und in manchen Kirchen findet eine Lichtprozession statt. Kein Wunder, dass diese Symbolik stark an das Weihnachtsfest erinnert und damit einen Abschluss der Weihnachtszeit darstellt.

    Was aber bleibt? Ich meine, es war in den letzten Jahrzehnten nie so deutlich zu spüren, wie an diesem Corona-Weihnachtsfest 2020: Es bleibt ein Verlangen, eine Sehnsucht – nach Liebe, Gemeinschaft, Verlässlichkeit und nach dem Licht, das für jeden von uns leuchtet. Dafür muss Weihnachten das ganze Jahr über einen Platz in meinem Leben haben. Gott kommt in mein Leben, in meine Welt und das nicht nur am 24. Dezember. Was wird anders, wenn ich das wirklich zulasse?

                    Wenn ich zu mir komme und das Außen loslasse
                    wenn ich aus dem Reden ins Hören komme
                    aus dem Tun ins Sein wenn ich mich stelle
                    und nicht länger flüchte dann erst
                    kann Gott zur Welt kommen in mir durch mich zu den Menschen

    (Aus: Schwarz, Andrea. Du Gott der Wege segne uns. Gebete und Meditationen. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien o.J.)

     

    Margret Stommel